Olaf Lies zu Wulff, Weil, Wahlkampf und Wirtschaft
© Copyright Wilhelmshavener Zeitung vom 25.01.2012, Seite 6
Vorrang für Erdverkabelung
Bei beiden im entstehenden Windparks vor der Nordseeküste, vor Borkum und Schleswig – Holstein, stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage des Abtransports der Energie ins Hinterland, insbesondere nach Süddeutschland, der noch unterversorgtem Region mit Windkraftanlagen.
Wenn auch spät, so sollte dennoch Wilhelmshaven seine Pfründe in die Waagschale werfen, um als „Energiedrehscheibe“ für Kohle und Öl, ein weiteres Standbein in Punkto Energie zu schaffen, so Volker Block, Vorsitzender des Kreisverbandes der SPD Wilhelmshaven anlässlich einer Zusammenkunft des Ortsvereins Heppens der SPD.
Die derzeit laufenden Ansiedlungsbemühungen zur Herstellung eines Werksgeländes für Fundamente der Windkraftanlagen auf See in Wilhelmshaven zu verwirklichen, sollte Anlass sein, das Thema Stromanlandung über Wilhelmshaven weiter voranzutreiben. Mit dem in Wilhelmshaven angesiedeltem „Deutschen Windenergie – Institut“ sei seit Jahren das Fundament gelegt worden um auf diesem Gebiet eine Vorreiterstellung einnehmen zu können.
Hinzu, so Block, stehe das neue Kraftwerk der GDF Suez vor der Vollendung, dessen Energie ebenfalls ins Hinterland transportiert werden müsse.
Bei Berechnungen aus dem Wirtschaftsministerium fehlen derzeit 3.600 Kilometer Stromleitung in Deutschland, die auf dem schnellstmöglichen Weg geschaffen werden müssen. Niedersachsen falle bei dem Vorhaben dabei eine Schlüsselrolle zu.
Problematisch hat sich dabei das Durchsetzungsverfahren mit Überlandleitungen erwiesen.
Um eine schnellstmögliche Umsetzung vornehmen zu können bedarf es aber der Akzeptanz der Bürger. Hier sollte nicht auf provoziert, massenhaft zu erwartende Einwendungen überirdische Höchstspannungsleitungen, sondern auf Erdverkabelung gesetzt werden.
Vorhandene Widerstände gegen Erdverkabelungen, die nachweislich auf Dauer wirtschaftlicher als überirdische Hochspannungsleitungen sind, kommen überwiegend aus der Atomlobby, die sich bis heute nicht damit abgefunden hat, dass einen Ausstieg aus der Atompolitik auch ein Schwerpunkt der Umweltpolitik geworden ist.
Außer der Neuansiedlung im Nordhafen, der möglichen Nutzung der Schleuseninsel für den Offshorebedarf und der bereits im Hafen festmachenden Versorger für diesen Bereich, einschließlich der in Mariensiel stationierten der Firme „WIKING – HELIKOPTER“, sollte Wilhelmshaven alle Pfründe einbringen um im Zusammenhang mit neuer, verbraucherfreundlicher Energiepolitik in Verbindung gebracht zu werden, so der SPD Kreisvorsitzende.
D.G.
Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag
Das war die Geburtsstunde unserer Jusos.
Der SPD Kreisverband Wilhelmshaven gratuliert seiner sozialdemokratischen Jugend zum Geburtstag.
Mit solidarischen Grüßen
Volker Block
Vorsitzender der SPD-Wilhelmshaven (Ex-Juso)
Qualitativ hochwertige Bildungsangebote und individuelle Bildungschancen für möglichst viele
Als verantwortlicher Stadtrat nahm Dr. Jens Graul zu dieser Thematik in seinem Referat ausführlich Stellung. Es habe sich, so der Referent, im Bildungsbereich viel getan. Zwischen 2008 und 2010 seien die Grundschulstandorte aufgrund der demografischen Entwicklung von 19 auf 13 reduziert, die katholischen Grundschulen zusammengefaßt und die Hauptschule Heppens aufgelöst worden. Die Grundschule Rheinstraße habe sich stabilisiert und mache derzeit eine hervorragende Arbeit. Das geplante und aus dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium und dem Gymnasium am Mühlenweg hervorgehende ‚Neue Gymnasium Wilhelmshaven’ am Campus Mühlenweg werde 2013 fertig gestellt. Das neue Gymnasium werde 1.400 Schülerinnen und Schüler betreuen und eine Drei- bis Vierzügigkeit garantieren. Es werde dann mit einer fortschrittlichen Klassenraumkonzeption (Klassen- und Verfügungsräume gemäß des ‚Herforder Modells’) zu den modernsten Gymnasien in Niedersachsen gehören.
Aktuell gäbe es, so Dr. Graul, weiteren Handlungsbedarf bei drei bis vier Grundschulstandorten, da diverse Grundschulen weiterhin kontinuierliche Abgänge verzeichneten. Auch bei den Haupt- und Realschulen seien die Schülerzahlen rückläufig. Beeinflusst würden die Schulplanungen der Stadt auch durch das Wahlverhalten der Eltern: rund 50 Prozent der Kinder, welche von den Eltern zur fünften Klasse an den beiden Realschulen angemeldet würden, hätten lediglich eine Empfehlung zur Hauptschule. Es bestünde der Trend zur Abwahl der Hauptschule. Viele Eltern entschieden sich deshalb auch bewusst für die hiesige Integrierte Gesamtschule. Die Schülerzahlen an den Berufsbildenden Schulen in Heppens und an der Friedenstraße gingen leicht zurück und es bestünde der Trend zur Vollzeitausbildung. Da die Qualitätsanforderungen an den Berufsbildenden Schulen ständig stiegen, sei eine regionale Kooperation mit dem Landkreis geboten und wünschenswert.
Ausführlich beschrieb Dr. Graul die zukünftigen Aufgaben der Stadt im Bildungsbereich. Wilhelmshaven benötige starke und zentrale mindestens zweizügige Grundschulstandorte mit ergänzenden Aufgaben, etwa im Bereich der Familienberatung. Auch müssten die Ungleichheiten zwischen den Haupt- und Realschulen ausgeglichen werden, etwa durch eine gemeinsame weiterführende Schulform neben dem Gymnasium. Neben der schon in Angriff genommenen Zusammenlegung der Gymnasium zum ‚Neuen Gymnasium Wilhelmshaven’ sei eine Zusammenlegung der Berufsbildenden Schulen an der Friedens- / tom-Brok-Straße notwendig. Hier müsse das Bildungsangebot regional mit dem Landkreis Friesland abgestimmt werden. Weiterhin sei es wünschenswert weitere verpflichtende Ganztagsschulen, neben den schon bestehenden in Rüstersiel und der IGS, aufzubauen. Hier müsse, so Dr. Graul, das Land Niedersachsen mehr Lehrerstellen zur Verfügung stellen. PISA habe gezeigt, dass es einen Zusammenhang gäbe zwischen „echten” Ganztagsangeboten, dass heißt auch nachmittags unterrichtenden Schulen, und Lernerfolgen. Ebenso sei zur Umsetzung der Inklusion, also das Leben und Lernen für alle Kinder in der allgemeinen Schule als systemischer Ansatz, die Einstellung zusätzlicher Lehrer notwendig. Auch die erfolgreiche Arbeit des Außerschulischen Lernortes für Technik und Natur in Altengroden sei weiterzuentwickeln. Derzeit testeten hier jährlich über 2.500 Schüler aus der Region ihre Fähigkeiten und Neigungen in den Naturwissenschaften. Durch eine Regionalisierung könnte eine noch stärkere Verknüpfung mit der Arbeit der Schulen forciert werden. Generell sei es zukünftig notwendig, qualitativ hochwertige Bildungsangebote und individuelle Bildungschancen für möglichst viele zu schaffen
Den Ausführungen des Referenten schloss sich eine sehr rege Diskussion an. Die Mitglieder des Ortsvereines West der Wilhelmshavener SPD forderten die niedersächsische Landesregierung mit Nachdruck auf, mehr Lehrerstellen für Ganztagsschulen zur Verfügung zu stellen. Ebenso sollten zukünftig alle Kinder verpflichtend Kindertagesstätten besuchen. Das, so viele anwesende Mitglieder, erhöhte die Chancengleichheit im Bildungsbereich.




