OB – Kandidaten bei 60Plus der SPD
Am Dienstagabend stellten sich Carmen Giss, Thomas Städtler und Klaus-Dieter Kottek auf einer parteiöffentlichen Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft „60plus“ im „Kreuzelwerk“ vor. Das Interesse war entsprechend groß. Unter anderem war auch der komplette geschäftsführende Kreisvorstand unter Führung des Kreisvorsitzenden Volker Block zugegen.
In Wilhelmshaven am Bekanntesten sein dürfte Klaus-Dieter Kottek (61). Der gebürtige Berliner wechselte 1991 als Leiter der Stadtplanung der Stadt Flensburg an die Jade, wo er die Aufgaben des Stadtbaurates und zeitweise auch die des Sozialdezernenten übernahm.
Carmen Giss wohnt in Wilhelmshaven und leitet das Job-Center im Landkreis Friesland. Die studierte Juristin hat es durch ihren Mann, einen Marineoffizier, nach Wilhelmshaven verschlagen. Als Anwältin war sie zuvor bereits in Verwaltungen und in der Wirtschaft tätig.
Thomas Städtler (49) ist amtierender Bürgermeister der 14 000-Einwohner-Stadt Löningen (Landkreis Cloppenburg). Er verweist auf seine umfangreiche Verwaltungslaufbahn. Unter anderem war er Referent im Bundeswirtschaftsministerium, hat im Innenministerium gearbeitet und war Verwaltungsleiter des Landeskriminalamtes in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 2001 ist er Bürgermeister in der CDU-Hochburg Löningen. 2006 wurde er mit 64,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt.
Kottek verwies auf zahlreiche Bauvorhaben, die in seiner Amtszeit in Wilhelmshaven entstanden sind – von der „Nordseepassage“ bis zum derzeit im Bau befindlichen Kohlekraftwerk. Man solle die Lage der Stadt trotz der desolaten Haushaltslage nicht so negativ sehen. Man sollte den Blick nach vorn richten und sich vor allem im Bereich der Wirtschaftsförderung nicht verzetteln. Diese Aufgabe müsse zentral beim Oberbürgermeister angesiedelt sein.
Carmen Giss sieht sich als Oberbürgermeisterin ebenfalls in der Rolle der ersten Wirtschaftsförderin. Sie werde sich dafür einsetzen, dass Wilhelmshaven den Status Oberzentrum behalte. Sie möchte die spürbare Unzufriedenheit in der Stadt aufbrechen und für Aufbruchstimmung sorgen. Wilhelmshaven müsse eine „Stadt der Wissenschaft“ werden. Zukunftschancen sieht sie vor allem durch den Bau des JadeWeserPorts. Bei der Bundeswehrreform müsse es auch darum gehen, Verwaltungsaufgaben der Marine aus Rostock nach Wilhelmshaven zurück zu verlagern.
Städtler zeigt sich überzeugt davon, dass die Stadt Wilhelmshaven besser sei als der Ruf, der ihr derzeit vorauseile. „Die Stimmung ist schlechter als die Lage.“ Auf die Frage, warum er von Löningen an die Jade wechseln möchte, sagte Städtler, dass ihn die Herausforderung reize, die Entwicklung Wilhelmshavens voranzubringen.

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