…das Elend, das wir sehen, nicht dadurch kleiner wird, dass wir nur darüber reden
Richard von Weizäcker, der ehemalige Bundespräsident, sagte einmal, dass das Elend, das wir sehen, nicht dadurch kleiner wird, dass wir nur darüber reden. Diesen Leitsatz hat sich die Wilhelmshavener Tafel zu eigen gemacht und lässt seit nunmehr schon 12 Jahren den Worten auch Taten folgen.
Der SPD-Kreisvorstand und der designierte Oberbürgermeisterkandidat Thomas Städtler besuchten die Einrichtung und informierten sich über die Arbeit der Wilhelmshavener Tafel, die Lebensmittel gegen ein symbolisches Entgelt von 1,– € an ca. 1200 Bürgerinnen und Bürger – davon 321 Kinder – abgibt und diese so bei ihrer Lebensführung unterstützt.
Bei der Wilhelmshavener Tafel leisten 9 Mitarbeiter des Job-Centers Wilhelmshaven ihren Dienst und unterstützen so die insgesamt 170 Mitglieder des eingetragenen Vereins. Die Besucher trafen auf einen sehr motivierten und engagierten Vorstand, der allerdings mehr Unterstützung von der Stadt Wilhelmshaven erwartet und darauf hinwies, dass Jahr für Jahr eine finanzielle Deckungslücke bestehe, die immer nur durch großzügige Spenden zum Jahresende geschlossen werden könne.
Dies sei für eine kontinuierliche Absicherung und Zukunftsfähigkeit der ehrenamtlichen Arbeit eher abträglich und ermögliche keine strategische Planung. Man lebe sozusagen im wahrsten Sinne des Wortes „von der Hand in den Mund“ und erhoffe sich zukünftig eine angemessene Anerkennung. Der SPD-Kreisvorstand und Städtler sicherten zu, sich der Angelegenheit anzunehmen und im Rathaus deswegen vorstellig zu werden. „Ich denke“, so Thomas Städtler, „dass man hier mit wenig Geld eine große Hilfe leisten kann, denn die Tafel bietet in ehrenamtlicher Arbeit soziale Dienstleistungen an, die sonst gegebenenfalls von der Stadt Wilhelmshaven zu gewährleisten wären. Wir sprechen hier über einen Betrag von ca. 2000,– € jährlich, es ist eigentlich ein Trauerspiel, dass man hierauf überhaupt die Verwaltung aufmerksam machen muss. Ein Besuch in der Ausgabestelle in der Ulmenstraße würde vielleicht auch diesen notwendigen Erkenntnisprozess bei den Verantwortlichen beschleunigen!“
Lobend äußerten sich die Vorstandsmitglieder der Tafel abschließend über die Zusammenarbeit mit den örtlichen Lebensmittelmärkten. Bis auf den größten Lebensmitteldiscounter arbeiteten alle Märkte mit der Einrichtung vertrauensvoll zusammen und zeigten sich sehr großzügig bei der Abgabe der benötigten Lebensmittel.

